Gemeinde Taufkirchen

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Warum muss die Gemeinde Taufkirchen Asylbewerber aufnehmen - dezentrale Unterbringung?

Asylbewerber werden grunds├Ątzlich in staatlichen Einrichtungen untergebracht. Soweit dies mangels vorhandener Unterbringungspl├Ątze nicht m├Âglich ist, erfolgt die dezentrale Unterbringung durch die Landrats├Ąmter als Staatsbeh├Ârden und die kreisfreien Gemeinden im ├╝bertragenen Wirkungskreis.

Die aktuelle Situation der Asylbewerber in Bund, Land und Landkreisen ist den Fraktionen im Gemeinderat Taufkirchen sehr bewusst.
Da die Gemeinde Taufkirchen zum Landkreis M├╝nchen geh├Ârt, haben wir laut dem Aufnahmegesetz eine Mitwirkungspflicht. Die Gemeinde Taufkirchen sieht es als ihre  moralische und faktische Pflicht und kann sich deshalb ihrer Verantwortung nicht entziehen, den Hilfesuchenden in ihrer Not zu helfen und menschenw├╝rdig aufzunehmen.

Warum kommen so viele Fl├╝chtlinge nach M├╝nchen und wie ist die Aufteilung?

Die Aufnahmeeinrichtung in M├╝nchen ist eine Anlaufstelle f├╝r alle Asylsuchenden in Bayern. Der Freistaat Bayern muss etwa 15 Prozent aller Fl├╝chtlinge aufnehmen, davon wiederum entfallen nach ┬ž6 Abs. 2 DVAsyl 33,9 Prozent auf Oberbayern.
Die Landeshauptstadt M├╝nchen wiederum ist aus ┬ž7 Abs. 2 DVAsyl verpflichtet 30,0 Prozent aller auf Oberbayern entfallenden Fl├╝chtlinge aufzunehmen, wobei die Bayernkaserne als Erstaufnahmeeinrichtung angerechnet wird. Die Verteilung der Asylbewerber auf Unterk├╝nfte in M├╝nchen wird nach verf├╝gbaren Kapazit├Ąten durch die Regierung von Oberbayern vorgenommen.
Um die Verteilung m├Âglichst gerecht zu gestalten, legt der K├Ânigsteiner Schl├╝ssel den exakten Anteil der Asylbegehrenden fest, die jedes Bundesland aufnehmen muss. Er wird j├Ąhrlich entsprechend der Steuereinnahmen und der Bev├Âlkerungszahl der L├Ąnder errechnet.

Wo ist der Unterschied zwischen einer Erstaufnahmeeinrichtung und einer Gemeinschaftsunterkunft?

Bild Traglufthalle

Eine Erstaufnahmeeinrichtung ist die erste Station eines nach Deutschland kommenden Asylbewerbers. Nach der Registrierung, der Gesundheitsuntersuchung und der Aufnahme des Asylantrages werden die Asylbewerber auf Asylbewerberunterk├╝nfte in ganz Bayern verteilt.
Wer nach Deutschland einreist und Asyl beantragt, soll bis zu sechs Wochen (in Ausnahmef├Ąllen drei Monate) in einer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht werden. In diesem Zeitraum finden zwei Anh├Ârungen statt.
Asylbewerber, deren Antrag positiv bewertet wird, werden vom Landesbeauftragten in einer Gemeinschaftsunterkunft (Zentralen Aufnahmeeinrichtung) auf die Regierungsbezirke verteilt.

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Um welche Art von Einrichtung handelt es sich im Sport- und Freizeitpark?

  • Bild Traglufthalle von Au├čen
  • Bild Traglufthalle Spiele-Ecke
  • Bild Traglufthalle Schlafbereich

Bei der Einrichtung im Sport- und Freizeitpark handelt es sich um eine Gemeinschaftsunterkunft, die vom Landratsamt M├╝nchen f├╝r die Regierung von Oberbayern f├╝r ein halbes Jahr (evtl. bis zu einem Jahr) errichtet wurde.
Die Zust├Ąndigkeit f├╝r diese Einrichtung liegt bei der Regierung von Oberbayern bzw. beim Landratsamt M├╝nchen.

Die Gemeinschaftsunterkunft (in Form einer Traglufthalle) im Sport- und Freizeitpark ist die erste Gemeinschaftsunterkunft (in dieser Form) in Bayern.
Seit dem 26.07.2015 steht die Traglufthalle in Taufkirchen und wird seit dem 29.07.2015 von Asylbewerbern bewohnt.

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Wo bleiben die Fl├╝chtlinge langfristig?

Personen mit positiv abgeschlossenem Asylverfahren m├╝ssen aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen und werden, sofern sie selbst keine angemessene Wohnung finden, von der Stadt M├╝nchen bzw. von der Gemeinde untergebracht.

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Wie sind die Heime personell ausgestattet?

  • In den Anlagen k├╝mmern sich Angestellte der Regierung von Oberbayern oder die von ihr beauftragte Firmen um die Verwaltung, die Einhaltung der Hausordnung sowie die Hausmeisterei.
  • Die soziale Betreuung obliegt dem Landratsamt, in der Regel einer der gro├čen Wohlfahrtsverb├Ąnde.
    In unserer Traglufthalle ├╝bernimmt die Caritas (Alveni) die Sozialbetreuung.
  • Dar├╝ber hinaus k├Ânnen sich B├╝rgerinnen und B├╝rger, Vereine und Gruppen ehrenamtlich engagieren. In den Gemeinschaftsunterk├╝nften besteht vielerorts ein dichtes Netz ehrenamtlicher Helfer (Helferkreis).

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Wie werden die Asylbewerber betreut?

Ausl├Ąnderinnen und Ausl├Ąnder, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, sollen sozial betreut werden, damit sie sich in dem f├╝r sie andersartigen Lebens- und Kulturbereich f├╝r die Dauer ihres Aufenthaltes in Deutschland besser orientieren k├Ânnen.
Ziel ist die Bereitstellung von Orientierungshilfen, Beratung und Information, um die Menschen bei der Bew├Ąltigung auftretender Alltagsprobleme zu unterst├╝tzen.
Asylbewerber und abgelehnte Asylbewerber sollen zudem objektiv und realistisch ├╝ber ihre Aufenthaltssituation in Deutschland aufgekl├Ąrt werden.
Diese Aufgabe wird durch die Verb├Ąnde der freien Wohlfahrtspflege und deren Mitarbeiter mit einer F├Ârderung des Sozialministeriums ├╝bernommen.

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Wer tr├Ągt die Kosten der Unterbringungen?

Der Freistaat Bayern tr├Ągt die Kosten der Unterbringung in staatlichen Unterk├╝nften unmittelbar. Im Falle der dezentralen Unterbringung erstattet er den Landkreisen und kreisfreien Gemeinden die unter Beachtung der Grunds├Ątze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entstandenen notwendigen Kosten. Soweit der Asylbewerber ├╝ber Einkommen oder Verm├Âgen verf├╝gt, hat er die Kosten der Unterkunft zu erstatten.

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Welche Leistungen erhalten die Fl├╝chtlinge?

Asylbewerber erhalten, was sie f├╝r das t├Ągliche Leben brauchen. Das Asylbewerberleistungsgesetz regelt ihre Versorgung. Folgende Leistungen sind vorgesehen:

  • Grundleistungen f├╝r Ern├Ąhrung, Unterkunft, Heizung, Kleidung,  Gesundheits- und K├Ârperpflege, Gebrauchs- und Verbrauchsg├╝ter im Haushalt
  • Taschengeld f├╝r pers├Ânliche Bed├╝rfnisse im Alltag
  • Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt
  • bei besonderen Umst├Ąnden auch weitere Leistungen, die vom Einzelfall abh├Ąngen.

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M├╝ssen die B├╝rgerinnen und B├╝rger Taufkirchens Angst haben vor ansteckenden Krankheiten?

Die st├Ądtische Gesundheitsbeh├Ârde untersucht alle in M├╝nchen neu ankommenden Fl├╝chtlinge auf verschiedene Infektionskrankheiten einschlie├člich Tuberkulose. Im Falle positiver Ergebnisse im Rahmen der Erstuntersuchung werden Betroffene unter den notwendigen Vorkehrungen des Infektionsschutzes umgehend zur Behandlung in ein Krankenhaus verlegt und erst nach erfolgreicher Therapie entlassen.

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Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den Fl├╝chtlingen auch Ebola-infizierte Personen befinden?

Die Wahrscheinlichkeit ist ├Ąu├čerst gering. Daf├╝r gibt es mehrere Gr├╝nde: Zum einen liegt es daran, dass sich der Ebola-Ausbruch auf einige Staaten in Westafrika begrenzt. Diese L├Ąnder liegen weit entfernt von den gro├čen Fl├╝chtlingsrouten ├╝ber den Nahen Osten oder das Mittelmeer nach Europa. Die in M├╝nchen ankommenden Fl├╝chtlinge stammen ├╝berwiegend aus L├Ąndern Ostafrikas.
Ein weiterer Aspekt ist die Inkubationszeit von 2 Tagen bis maximal drei Wochen, nach der sich die Symptome dieser Krankheit zeigen. In dieser Zeit ist der lange Fluchtweg von Westafrika nach Europa kaum zu schaffen. An Ebola erkrankte Fl├╝chtlinge w├╝rden unterwegs sofort erkannt und unter Quarant├Ąne gestellt, bevor sie in Europa bzw. hier in Deutschland ankommen. Zudem erfolgt keine ├ťbertragung durch Ebola-infizierte Personen, bei denen die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist.

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Gibt es ein erh├Âhtes Deliktsaufkommen rund um die Unterk├╝nfte?

Nach Aussagen der Polizei ist keine gesteigerte Deliktsh├Ąufigkeit zu beobachten. Trotzdem ist die Polizei f├╝r m├Âglicherweise auftretende Probleme sensibilisiert und erh├Âht lageangepasst die Polizeipr├Ąsenz im Umkreis der Fl├╝chtlingsunterk├╝nfte - sowohl zum Schutz der Anwohner als auch zum Schutz der Fl├╝chtlinge.

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Warum haben viele Fl├╝chtlinge Handys?

Die Kommunikation erfolgt zwischenzeitlich auf der ganzen Welt vor allem ├╝ber Mobiltelefone. Fl├╝chtlinge brauchen Handys, um mit ihren Angeh├Ârigen und Familien in der Heimat Kontakt aufzunehmen. Au├čerdem ist es ohne Handy kaum m├Âglich, die lange und oftmals gef├Ąhrliche Flucht aus den Krisengebieten nach Europa zu schaffen.

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Viele Fl├╝chtlinge sind gut gekleidet. Wie ist das m├Âglich?

Bei dieser gut erhaltenen Kleidung handelt es um Spenden von B├╝rgerinnen und B├╝rger, die helfen m├Âchten. Das Engagement und die Hilfsbereitschaft sind sehr gro├č. Wohlfahrtsverb├Ąnde wie Diakonie und Caritas, die die Fl├╝chtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterk├╝nften betreuen, stellen diese gespendete Kleidung kostenlos zur Verf├╝gung.

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Wie schnell k├Ânnen die Asylbewerber in Taufkirchen integriert werden?

Die Integration von Asylbewerbern ist von Person zu Person individuell. Es gibt viele Kriterien, die man dabei beachten muss:

  • Warum ist diese Person geflohen?
  • Was hat diese Person schon erlebt bzw. wie schwer ist die Person psychisch gesch├Ądigt?
  • Ist die Person bereit sich zu integrieren?
  • Welche Unterst├╝tzung hat und bekommt die Person? usw.

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Wieso darf man die Asylbewerber in der Traglufthalle im Sport- und Freizeitpark nicht besuchen?

In der Traglufthalle herrscht ein generelles Betretungsverbot f├╝r alle Fremdpersonen, die nicht direkt mit der Asylthematik arbeiten. Dies dient dazu, um den Asylbewerbern so viel Privatsph├Ąre wie m├Âglich zu erm├Âglichen.
Um die Halle besichtigen zu k├Ânnen, muss eine Erlaubnis vom Landratsamt M├╝nchen eingeholt werden.

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Wie sehr sind die Fl├╝chtlinge traumatisiert?

Wie sehr die Fl├╝chtlinge traumatisiert sind h├Ąngt davon ab, was sie in ihrem Land erleben mussten. Die meisten Fl├╝chtlinge erleiden eine ÔÇ×Posttraumatische Belastungsst├ÂrungÔÇť, die viele Ausl├Âsungen haben kann (z. B. Wechselwirkungen der Lebensbedingungen).
Traumas zeigen sich bei jedem anders und jeder reagiert anderes darauf. Oft werden Traumatisierungen bei Fl├╝chtlingen nicht sofort erkannt. Hierbei geht es darum Geduld zu haben und dem Fl├╝chtling keinen Druck zu machen.

Weitere Informationen

Ihr Ansprechpartner im Rathaus

Logo Gemeinde Taufkirchen

Frau Sandra Nguyen

Soziale Einrichtungen und Asyl

K├Âglweg 3

82024 Taufkirchen

Tel.: 089 / 666 722 - 133

Fax: 089 / 666 722 - 92 133

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